Der Todestag des Heiligen Franziskus jährt sich im Oktober zum 800. Mal, und der Mann aus Assisi ist noch immer hochaktuell. Über seinen Tod hinaus (3. Oktober 1226) begeistert Franziskus unzählige Menschen, denen seine zentralen Anliegen ans Herz gewachsen sind: Bewahrung der Schöpfung, Frieden und soziale Gerechtigkeit. Dieses denkwürdige Ereignis nahm sich die Frauengemeinschaft St. Wolfgang Haibühl zum Anlass, um einen Ausflug ins nahe Neukirchen b. Hl. Blut zu unternehmen, um den Klostergarten, der in sommerlicher Blüte stand, zu besichtigen. Die idyllische Anlage ist seit über 350 Jahren ein Hort der Gartenkultur. Im Vorfeld besichtigte die Gruppe die Wachskunst-Galerie im Grenzüberschreitenden Wallfahrts- und Begegnungszentrum neben der Wallfahrtskirche. Willkommen geheißen wurden die über 30 Damen (darunter auch einige Nichtmitglieder) von Sigrid Riederer, die die Führung übernahm. Das 1,6 ha große Areal des Franziskaner-Gartens (seit 2008 der Öffentlichkeit zugänglich) zeigte sich als eine herrlich angelegte Oase der Ruhe und umfasste verschiedene Bereiche wie Apothekergarten, Gemüsegarten, Bienenhaus, Obstgarten, Rosenweg, Freundschaftsgarten, Teichanlage und den Garten der Gestirne und Elemente (dem Sonnengesang des Hl. Franziskus angelehnt). Sigrid Riederer gab einen kurzen geschichtlichen Rückblick über das örtliche Franziskanerkloster (Anlage wurde im Jahr 2000 komplett renoviert). Sie beleuchtete die Geschichte der Wallfahrt und wusste viel über die Symbolik der dort angebauten Pflanzen zu berichten. Acht Patres wohnen momentan hier und unterstützen in der Seelsorge. Der Garten soll kein botanisches Meisterwerk darstellen, sondern im Sinne der franziskanischen Bescheidenheit ein spirituelles Erlebnis in Einklang mit Gottinnigkeit vermitteln. Im „Garten der Freundschaft“ wachsen zweireihig alte Obstsorten von Apfel- und Birnbäumen der beiden Nachbarländer Bayern und Tschechien und versinnbildlichen die grenzüberschreitende Partnerschaft. Biblische Pflanzen gedeihen hier ebenso wie Heilpflanzen im Apothekergarten. Der Trachtpflanzengarten wartete mit zahlreichen bienenfreundlichen Exemplaren auf. Der geschichtliche Rosenweg an der Klostermauer entlang zeigte verschiedenfarbige Rosen, die alle für ein bedeutendes geschichtliches Ereignis im Franziskanerorden allgemein oder im Kloster Neukirchen b. Hl. Blut stehen. Besonders beeindruckte die Frauen die „Stacheldrahtrose“, die für das Kriegsende steht und deren imposante Stacheln bei Sonnenschein blutrot leuchten.
Auch die „Pimpernuss“ (auch bekannt als Rosenkranzstrauch) verblüffte. Im Teichbiotop („Paradiesgarten“) beeindruckte vor allem der Ginkgo-Baum, das älteste „lebende Fossil“ in der Pflanzenwelt. Laut Frau Riederer hat er sogar als einziger Baum den Anschlag auf Hiroshima (6. August 1945) überlebt und gilt als Sinnbild für Leben und Freundschaft. Das Kernstück war jedoch der Blumengarten, angelegt nach dem „Sonnengesang des heiligen Franziskus“ mit farblich zugeordneten Pflanzen zu den Gestirnen „Sonne, Mond und Sterne“, Elemente „Wind und Wasser“ sowie „Feuer und Erde“ und dem Garten des Friedens. Vorsitzende Maria Reiner bedankte sich ihrerseits für die informative und kurzweilige Führung.
Eine wohlverdiente Einkehr bei hochsommerlichen Temperaturen genoss die Reisegesellschaft im Wintergarten der Gaststätte „Zum Lederer“. Die nächsten Zusammenkünfte sind am Sonntag das Kaffeetrinken und gemütliches Beisammensein beim Gründungsjubiläum des SC Arrach-Haibühl. Treffen 14.30 Uhr im Bierzelt bei der Bärwurzerei Drexler und das Kräuterbuschen-Binden am Freitag, 14. August um 14 Uhr (Verkauf Samstag, 15. August) im Pfarrheim St. Wolfgang. (Bericht und Bild: Pfeffer)