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Kirchenpatrone Hl. Wolfgang und Johannes der Täufer

Der heilige Wolfgang gilt als einer der christlichen Missionare unserer bayerischen Heimat, der insbesondere für die Geschichte des Bistums Regensburg prägend ist. Sein Gedenktag ist der 31. Oktober. Auf einer Visitationsreise nach Böhmen soll Wolfgang an Haibühl vorbeigekommen sein, deshalb der Kirchenbau ihm zu Ehren. Auf dem Hochaltar findet sich eine Darstellung des Bischofs mit Kirchenmodell.

In der Wolfgangskirche Haibühl wird das Patrozinium jeweils am Wochenende vor Allerheiligen begangen.

 

Lebensweg Der Glaubensbote stammt aus einem schwäbischen Adelsgeschlecht, geboren 924 in Pfullingen. Er war Schüler des renommierten Benediktinerklosters auf der Insel Reichenau (Bodensee) und setzte seine geistliche Laufbahn als Mönch im Kloster Maria Einsiedeln in der Schweiz fort. Dort wurde er von Bischof Ulrich von Augsburg 968 zum Priester geweiht und begab sich 971 als Missionar nach Ungarn. Bereits nach einem Jahr wurde er dort wieder abberufen und es erfolgte 972 die Ernennung zum Bischof von Regensburg.

 

Bereits im ersten Jahr als Bischof traf er eine Entscheidung von großer Bedeutung: er stimmte der Abtrennung böhmischer Gebiete zu und gründete das Bistum Prag. Wolfgangs caritatives, segensreiches Wirken war von Zurückhaltung und Bescheidenheit geprägt: demütig übte er Verzicht auf Macht und Einfluss und führte ein einfaches und geistliches Leben (Verzicht auf Privateigentum der Geistlichen). Er gründete eine Domschule und führte den Klerus zu einem geistlicheren Amtsverständnis entsprechend der benediktinischen Ordensregel „Ora et labora“ („Bete und arbeite“) zurück.

 

Der Diözesanbischof war auch gegen Ämterhäufung. Er trennte Bischofsamt und Abtwürde von St. Emmeram. Er wollte die Reformierung der Klöster, sie sollten Zellen der geistigen Erneuerung sein. So verzichtete er auf die Leitung des zum Bischofsamt gehörenden Klosters St. Emmeram.

 

Wolfgang war ein großer Förderer der Wissenschaft, Erziehung und Kunst (Buchmalerei). Er ließ in St. Emmeram einen Bibliothekssaal mit über 300 Büchern erbauen, womit die Bibliothek St. Emmeram zu den großen Klosterbibliotheken der damaligen Zeit zählte.

 

In seiner Amtszeit baute der mutige Reformgeist die für die Besiedelung des Bayerischen Waldes wichtige Abtei Niederalteich wieder auf. Ein besonderes Anliegen war für Wolfgang die Verkündigung des Evangeliums und die Sorge um die Armen. Er kümmerte sich persönlich darum, dass Bettler gut bewirtet wurden. Als Nothelfer und Brotspender für die Armen öffnete Wolfgang im Hungerjahr 987 die bischöflichen Kornspeicher.

 

Wolfgang verstarb im Alter von 70 Jahren am 31. Oktober 994 in Pupping bei Linz. Die Gebeine des großen Bischofs werden seit der Heiligsprechung am 7. Oktober 1052 in der Wolfgangs-Krypta im Kloster St. Emmeram in Regensburg verehrt.


Darstellung

Der Heilige ist in vielen Darstellungen abgebildet mit einem Beil und einer Kirche in der Hand (für Kirchenbauer), mit Bischofsstab und Mitra, mit einem Beil („Wolfgangshackl“), oft aber auch mit einem Buch in der Hand (Symbol für sein bischöfliches Verkündigungsamt).

 

Als weitere Attribute wurden ihm auch die Tiere im Stall und auf der Weide (insbesondere die Schafe), der Wolf oder Teufel beigesellt (aus der Abersee-Legende).

 

Name „Wie ein Wolf gehend“, d. h. weissagend (germanisch-althochdeutsch) ist die Übersetzung seines Namens. Eine weitere Deutung besagt dies: „Wolf“ – „Gang“ ist „der, der zu den Wölfen (Heiden) geht“.

 

Legende Der Legende nach zog sich Wolfgang als Einsiedler an den Abersee (dem jetzigen Wolfgangsee) zurück. Zunächst bewohnte er eine Höhle auf einem Berg, wo sich heute die Wallfahrtskapelle Falkenstein (St. Gilgen) befindet. Sein Einsiedlerleben wurde jedoch durch den Teufel gestört, so dass Wolfgang beschloss, sich an einem freundlicheren Ort eine Klause zu erbauen. Ausschauhaltend nach einer geeigneten Stätte bestimmte er mit dem Wurf einer Axt ins Tal den Platz für die Gründung seiner Zelle.

 

Der Bau der Kirche in der Wildnis gestaltete sich jedoch schwierig. Da bot der Teufel seine Hilfe an, unter der Bedingung, dass das erste lebendige Wesen, das die Kirche betrete, ihm gehöre. Statt des erhofften Pilgers erschien jedoch ein Wolf. Voller Wut packte der Teufel den Wolf und fuhr mit ihm durch ein Loch in der Kirchendecke davon.

 

Dort (im heutigen St. Wolfgang) hat Wolfgang eigenhändig eine kleine Kapelle mit Zelle errichtet und fünf Jahre in Abgeschiedenheit gelebt, ehe er in die Welt zurückgekehrte. Bis heute erinnert der Name „Wolfgangsee“ an diese vermeintliche Weltflucht des Heiligen.

 

Verehrung Wolfgang wird als Schutzheiliger der Berg- und Zimmerleute, Bildhauer, Schiffer, Köhler, Holzfäller, der Dürstenden, der Holzhauer, Bauern und Hirten und ihres Stall- und Weideviehs verehrt. Diese Zuweisung erfolgte nicht zuletzt wegen eines Beils, das ihm neben einer Kirche als Hinweis auf seine Reformtätigkeit beigegeben ist.

 

Seine Fürbitte wird angerufen bei Augenleiden, Ruhr, Magenbeschwerden, Gicht, Lähmungen, Fußleiden, Schlaganfall, Hautentzündungen und Blutfluss.

 

Der im Bischofsornat dargestellte Heilige gilt als europäischer Heiliger, der Völker verbindet und Frieden stiftet. Sein Wirken stellte einen ganz besonderen geistlichen Lichtblick in einer dunklen Epoche der Geschichte dar.


Pilgerweg St. Wolfgang

Haibühl liegt auf dem Pilgerweg St. Wolfgang. Der grenzüberschreitende Weg führt von St. Wolfgang am Abersee/Oberösterreich (dem Ziel aller Wolfgangs-Wallfahrten) über St. Wolfgang bei Griesbach, Niederalteich, Deggendorf, Metten, Gotteszell, Ruhmannsfelden, Teisnach, Böbrach (dort steht das Gegenstück zur Wolfgangskapelle am Falkenstein bei St. Wolfgang/Österreich), Arnbruck, Haibühl, Kolmstein, Neukirchen b. Hl. Blut, weiter über Bad Kötzting, Chamerau, Chammünster, Cham, Roding, die Klosterorte Walderbach und Reichenbach nach Regensburg (St. Emmeram, Grab) und von dort über Altötting und Braunau am Inn wieder zurück nach St. Wolfgang.

 

Der Ort galt im Mittelalter als eine der wichtigsten Pilgerstätten Europas und wurde in einem Atemzug mit Rom genannt. 

 

Der Pilgerweg weist neben Gotteshäusern auch zahlreiche Kulturdenkmäler und -stätten auf.


Was machen all die Blechschafe am Wegesrand?

Sie markieren den Pilgerweg St. Wolfgang. Die Viechtacher Künstlerin Dorothea Stuffer aus Viechtach, eine Tierliebhaberin, hat diese aus Blech ausgeschnitten und bemalt. Ob klein, groß, in der Herde, allein, bunt, einfarbig – jedes Stück ist ein Unikat. Das Bild der Schafe war erst eine reine Intuition der Künstlerin, die sich aber als richtig herausstellte, denn der heilige Wolfgang wird in kirchlichen Darstellungen oft als Hirte mit Schafen dargestellt.

 

Zudem findet sich das rot-gelb-blaue Logo des Pilgervereins St. Wolfgang an den Markierungspunkten.

 

  • Rot = Standort (Ausgangspunkt bei Aufbruch)
  • Gelb = Licht (Erkenntnis beim Unterwegssein)
  • Blau = Frieden und Klarheit (Zufriedenheit bei der Ankunft)