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100 Jahre Pfarrei Hohenwarth - ein Blick in die Kirchengeschichte

Anlässlich des einhundertsten Geburtstages der Pfarrei Hohenwarth hielt Josef
Graßl einen Vortrag in der Pfarrkirche. Viele waren gekommen, um zu hören, was der Sepp Interessantes in den Aufzeichnungen von Heimatforscher Helmut Schnabl und aus den Altakten der Pfarrei zu Tage gefördert hat. Und es war viel das er gekonnt in Worte packte. Das Zitherduo Prüflinger begleitete die Ausführungen mit festlicher Zithermusik.
Graßl ging auch auf die Hohenwarther Geschichte immer wieder kurz ein, weil kirchliche und weltliche Entwicklung einher gingen. Im 19. Jahrhundert hört die Hohenwarther Geschichte auf, vornehmlich eine Geschichte der Schlossherren zu sein. Die erste Besiedlung des Gebietes am Weißen Regen erfolgte im 9. Jahrhundert. Woher die Siedler waren ist nicht genau bekannt, sie
waren wohl aus dem Raum Regensburg und wurden von den bayerischen Herzögen angeworben.
Die erste Burg entstand in der zweiten Häflte des 12. Jahrhunderts, Meginhard und Konrad haben sie erbauen lassen, ganz ober auf dem Wachtstein. Von ihr, der Hohen Warte, erhielt der Ort dann später auch seinen Namen.
Für die Missionierung und die kirchliche Betreuung war damals das 740 gegründete Benediktinerkloster Chammünster zuständig. Die Herren des Hohenwarther Schlosses hatten an der kirchengeschichtlichen Entwicklung einen maßgeblichen Anteil. Ende des 10. Jahrhunderts wurden die Mönche abgezogen und die ersten Weltpriester an ihre Stelle gesetzt. Ein kleiner Raum in der
Burg am Wachtstein wurde al Gottesdienstraum eingerichtet. Die betreuenden Geistlichen kamen zuerst von der Urkirche Chammünster, später aus Kötzting, Rimbach, Arnschwang und Arnbruck.
Vor über 600 Jahren, am 8. September 1402 ist erstmals eine Kirche in Hohenwarth nachgewiesen.
Hier taucht auch erstmals der Name des Klosters Rott auf, das in Hohenwarth nicht immer eine glückliche Rolle spielte und ständig versuchte seinen Einfluss mit Macht auszuweiten.
Hohenwarth wurde auch in die großen Auseinandersetzungen des ausgehenden Mittelalters, den Böckler-, Löwler- und Landshuter Erbfolgekrieg hineingezogen. Etwa 2/3 aller Höfe verödeten dadurch. In jener Zeit kam Hohenwarth für kurze Zeit zur Pfarrei Rimbach. Unter Schlossherr Heinrich Nothafft hatte Hohenwarth sogar einen eigenen Kaplan und gehörte wieder zur Pfarrei Kötzting.
Unter den Herren von Eyb bekam der Ort Ende des 16. Jahrhunderts ein neues Schloss und eine neue Kirche. Er holte Siedler aus Franken hierher, die den fast entvölkerten Ort neues Leben einhauchen sollten. Die Neubürger waren aber offenbar alle Protestanten, so dass schließlich die Hälfte der Einwohner evangelisch waren. Seinem Sohn muss aber der reformatorische Eifer angegangen sein, denn nach dem Fortgang seines Vaters nach Schlesien ließ der 3. Eyb eine katholische Kirche bauen, die jetzige „Alte Kirche“. Von ihr ist nur noch die Spätgotische Decke und das Presbyterium mit den charakteristischen Rippen erhalten. Der seit 1612 amtierende neue Schlossherr Siegmund von Kädingen hatte auch einen Cooperator ins Dorf gebracht, dafür musste er 21 Gulden an den Kötztinger Pfarrherrn zahlen und die Bewohner der einzelnen Höfe hatten bestimmte Mengen Hafer und Flachs zu überlassen, je nach Hofgröße. Für Beichthören erhielt der Geistliche 2 Schillinge, bei Kindstaufen war die Gebühr auszuhandeln und bei Hochzeiten betrug sie 4 Schillinge. Kaum war der Herrschaftswechsel vollzogen, brach der Dreißigjährige Krieg aus. Er scheint aber Hohenarth, wie geschrieben steht nicht so hart getroffen zu haben wie andere Landstriche.
1647, ein Jahr nach dem Dreißigjährigen Krieg brannte das Hohenwarther Schloss ab. Johann Franz Reittorner hat ein neues bauen lassen, das im Wesentlichen bis heute unverändert blieb. Am Ende dieses langen Krieges konnte das Kloster Rott seine gewonnene Macht gänzlich ausnutzen.
Das spürte besonders der damalige Schlossherr Jakob Poyssl, der 1765 in der Alten Kirche begraben wurde. Er wollte schon damals Hohenwarth zur eigenständigen Pfarrei machen und hatte schon zwei Geistliche angestellt und kirchliche Gegenstände angeschafft. Die Abhängigkeit vom Kloster Rott und
von Kötzting war aber nicht zu brechen.
1803 war das Ende des Klosters gekommen, 1806 wurde Bayern Königreich. Hohenwarth erhielt einen Friedhof, auf dem 1817 die erste Person bestattet wurde. Ab 1820 war Hohenwarth, nach über 400 Jahren wieder freies Eigentum. Im Gebiet von Hohenwarth waren unterdessendie drei Gemeinden Hohenwarth, Ansdorf und Gotzendorf entstanden.
1828 wurde Hohenwarth unter lebhaftem Druck der Bevölkerung eine Expositur und damit nicht mehr ganz so abhängig von Kötzting. Doch die Streitigkeiten zwischen Pfarrei und Expositur gingen weiter, auch schon die Errichtung des Friedhofs wurde von der Kötztinger Bürgerschaft torpediert.
Der Grund dafür war ein rein materieller. Die Hohenwarther gingen stets in frommer Gewohnheit sehr zahlreich mit den Leichten und hielten anschließend auch etwas auf einem guten Leichentrunk.
Die Hohenwarther Gäste ließen sich den Ausflug nach Kötzting auch was kosten und hier sahen die Kötztinger ihre Felle davon schwimmen, wenn die Auwasserer nicht mehr in den Marktflecken kamen. Auch die Hohenwarther Damen gingen ab. Sie kamen stets gut gekleidet und aufgehübscht nach Kötzting, der „Auwasserschwung“ haftete ihnen an.
Der erste Cooperator war Josef Wißmeier. Er kam aus Neukirchen beim Heiligen Blut. 1860 bis 1862 wurde die heutige Pfarrkirche errichtet. Sie sollte gemäß Architekt und an der Stelle der „Alten Kirche“ gebaut werden. Jedoch die Hohenwarther konnten sich durchsetzen und die Kirche wurde an ihrem jetzigen Standort gebaut, auf einem Ödgrund des Schlossherren Schrank.
Die Scharmützel verzögerten den Bau um fünf Jahre.
Am 1. September 1862 nahm der damalige Bischof von Regensburg, Ignatius von Senestrey die Konsekration vor.
Die Expositur zählte damals 989 Katholiken und im Bistum Regensburg gab es damals Pfarreien mit weniger Seelen. Aber zur Pfarreierhebung waren nicht unerhebliche Finanzmittel erforderlich, die aber nicht vorhanden waren. Erst eine großzügige Spende des Ausnahmsbauers Georg Glasschröder vom Eckleshof brachte Fortschritte. Weitere Spenden kamen hinzu und so waren 1910 umgerechnet 115.000 Euro zusammengekommen. Das sollte reichen um eine Pfarrei werden zu können. Aber die Geburt der neuen Pfarrei musste wegen des einsetzenden 1. Weltkrieges verschoben werden. Vier Jahre nach Ende dieses Krieges war es dann soweit und Hohenwarth wurde 1922 zur Pfarrei erhoben.
Erster Pfarrer war Josef Geiger, ihm folgte Simon Utz bis 1936, Karl Sagstätter bis zu seinem Tod 1952, Josef Strahl bis zu seiner Pensionierung 1973. Von Mai bis August 1973 übernahm Pfarrprovisor Konrad Friedrich. Am 1. September 1973 über nahm Pfarrer Gottfried Rottner die Pfarrei und eine Zeitenwende wurde eingeläutet. Rottner blieb bis zu seiner Pensionierung 2007 und
wohnt jetzt in seiner Geburtsstadt Nabburg. Von Juli 1982 bis März 1987 unterstütze der Ruhestandspfarrer Helmut Glatter den Ortsgeistlichen. Nach Pfarrer Rottner kam Franz Weber in die mittlerweile zur Pfarreiengemeinschaft Haibühl-Hohenwarth gehörende Pfarrei. Seit 1. September 2018 ist Johann Wutz Pfarrer in der Pfarreiengemeinschaft. Er wohnt im Pfarrhof in Hohenwarth.
21 Exposi und 11 Pfarrer gestalteten den Weg der Pfarrei seit der Erhebung zur Expositur.
Am 1. Januar 1977 wurde Reinhold Vogl Kirchenpfleger und eine noch nie dagewesene Renovierungs- und Bauwelle wurde eingeläutet. Der damalige Pfarrer Gottfried Rottner unterstützt das Wirken von Vogl. Zu seinen besonderen Verdiensten zählen: Innenrenovierung der Pfarrkirche von 1978 bis 1987 in sechs Abschnitten; Renovierung der „Alten Kirche“ 1981 bis 1987; Außenrenovierung der Pfarrkirche 2006 bis 2007 und der Bau des Kindergartens.
Der Weg von der Errichtung der Expositur bis zur selbständigen Pfarrei war ein Steiniger, so der Referent, aber er habe sich gelohnt. (Bild und Bericht: Pritzl)

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Veröffentlichung

So, 14. August 2022

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