In eine Region, die Natur und Kultur perfekt verbindet, ging die diesjährige Pfarrwallfahrt der Pfarreiengemeinschaft Haibühl-Hohenwarth. Apfelplantagen und Weinberge soweit das Auge reicht – das war den 40 Mitfahrern, die auch aus anderen Pfarreien stammten, in der fünftägigen Fahrt beschieden. Die Anreise erfolgte ab Haibühl und Hohenwarth. Unterweg gab es Würstlverpflegung für die Mitreisenden.
Wie es sich für eine christliche Gemeinschaft gehört, begann jeder Tag mit einem Morgenlob, gestaltet von Gemeindereferent Tobias Krenn und Pfarrer Johann Wutz. In Sterzing, der nördlichsten Stad Italiens, erwartete Führerin Gisela die Reisegesellschaft. Bei einem Stadtrundgang schlenderten alle zwischen prächtigen Bürgerhäusern mit ihren charakteristischen Erkern, flanierten durch malerische Einkaufsstraßen mit feinen Geschäften. Besichtigt wurden auch die Pfarrkirche Maria Geburt („Moos-Kirche“) und der Zwölfer-Turm. Auffallend war hier besonders die zweisprachige Beschriftung: Deutsch – Italienisch. In Natz-Schabs im Hotel Föhrenhof am Eingang zum Pustertal wurde das Quartier bezogen. Im familiär geführten Hotel fühlten sich alle wohl und gut versorgt.
Der für Samstag vorgesehene Ausflug in die bekannte Biathlon-Arena im Antholzertal musste leider entfallen, da das Stadion Anfang Juli von einer Mure verschüttet wurde. Als Alternativ-Programm unternahm man eine Dolomiten-Fahrt durch das Pustertal entlang des Flusses Rienz, der bei Brixen in die Eisack mündet. Der beabsichtigte Drei-Zinnen-Blick vom Misurinasee aus war leider wegen eines nächtlichen Gewitters nebelverhangen. Dennoch wurde ein Fotostopp eingelegt. Über den Passo Tre Croce fuhr man durch beweidete Lärchenwälder durch den bekannten Wintersportort Cortina d’Ampezzo zurück nach Toblach. Ein Spaziergang am Pragser Wildsee. der sogenannten „Perle der Dolomiten-Seen“ (Meereshöhe 1 496 Meter), einem der schönsten Seen Südtirols, beeindruckte nachhaltig.
Dank Führerin Gisela erfuhr man viel über Land und Leute, geschichtliche Vorkommnisse und Mentalität der Südtiroler. Wie sie verlauten ließ, dürfen Südtiroler Pilze nur an geraden Tagen, Gewicht ein Kilo und mit vorheriger Genehmigung durch die Gemeinde sammeln. Zur Sprache kam auch die Angliederung an Italien, das Verbot der deutschen Sprache und die heutige Autonomie.
Nach einem Bummel durch die Stadt Bruneck mit ihrer herrlichen Altstadt wurde in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, einem wuchtigen Sakralbau in der Altstadt, eine gemeinsame heilige Messe gefeiert. Wohl fühlte man sich ob der sprachlichen Parallelen. Selbst selten gewordene Wörter wie „migad“, „fertn“ oder „siere“ wurden beiderseits verstanden.
Für den Sonntag war eine Tagesfahrt an den Gardasee (50 Kilometer Länge, vier Kilometer Breite, 346 Meter Tiefe) nach Malcesine geplant. Ein Ausflugsschiff brachte die Gruppe nach Limone, wo man den zweistündigen Aufenthalt bei herrlichem Wetter zum Bummeln, Sightseeing und Mittagessen nutzen konnte. Hier war Zeit zum Bummeln, für einen Cappuccino oder ein leckeres Zitroneneis. Weiter ging es per Schifffahrt nach Riva, dem größten Ort am Nordufer des Sees. Ein Grillabend im Hotel beschloss den erlebnisreichen Tag.
Am Montag stand das Kloster Neustift, ein herrliches Augustiner-Chorherrenstift, auf dem Programm. Im 3,2 Hektar großen Kloster (1142 gegründet) sind derzeit zwölf Mönche tätig und 80 Leute angestellt. Fernsehmoderator Markus Lanz ist hier zur Schule gegangen. Die Kirche mit ihrer barocken Innenausstattung (365 Putti, Engel) ist wegen seiner Stuckaturen ein Juwel der Baukunst. Gegen Mittag erreichte man Brixen. Sie war früher Reisestation der Kaiser und prunkvolle Bischofsstadt. Der Brixener Dom aus der Barockzeit ist mit prunkvollem Marmor ausgestattet und hat zahlreiche mittelalterliche Fresken aufzuweisen. Ein Besuch im Brixner Dom (aus der Barockzeit stammend), Kreuzgang mit mittelalterlichen Fresken und Hofgarten ließ in die Kunstgeschichte eintauchen.
Ein abendliches Gewitter mit Starkregen und Hagelschauer verwüstete am Vorabend der Heimfahrt die Region und vor allem die Weinberge und Apfelplantagen des kürzlich besichtigten Klosters Neustift. Schneepflüge räumten den Hagel von der Straße vor dem Hotel. Dank der hervorragenden Organisation von Gemeindereferent Tobias Krenn, der mit seinem komödiantischen Talent sehr zum Gelingen dieser Fahrt beitrug, wird auch im nächsten Jahr eine mehrtägige Pfarrwallfahrt ins Auge gefasst. (Bericht und Bild: Pfeffer)