Ist doch der Bayerische Wald eher eine Bier-Region, so vertauschten beim diesjährigen Pfarrausflug der Pfarreiengemeinschaft Haibühl-Hohenwarth die Teilnehmer den hopfenreichen Gerstensaft gegen den edlen Saft, der von Früchten der Weinrebe stammt. Ziel der Pilgerreise war die Pfalz – eine Perlenkette aus Sehenswürdigkeiten, die sich den 32 Teilnehmern beider Pfarreien eindrucksvoll erschloss. Für die Organisation zeichnete sich Gemeindereferent Tobias Krenn verantwortlich.
Die Anreise mit dem Bus (mit Morgenlob und Reisesegen) erfolgte am frühen Freitag-Morgen (fast stau-frei und unterbrochen von einer Brotzeit am Bus) nach Speyer, einer der ältesten Städte Deutschlands. Der imposante Speyerer Dom, das größte romanische Bauwerk der Welt, gebaut in 100 Jahren Bauzeit aus rotem und gelbem Sandstein, wurde 1925 von Papst Pius XI. in den Stand einer Basilica minor erhoben. Seit 1981 steht er auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes. Er hat vier Funktionen: Kaiserdom, Pfarrkirche von Speyer, Pilgerdom (auf dem Jakobsweg) und Bischofskirche (eines der ältesten Bistümer Deutschlands). Aufgeteilt in zwei Gruppen erkundeten die Ausflügler mit ihren Führerinnen das Gotteshaus und seine weiteren Besonderheiten. Die nachfolgende Stadtführung durch die Dom- und Kaiserstadt begeisterte durch ihre romantischen Gässchen, die barocke Dreifaltigkeitskirche, schönen Lokalen, Spaziergang an der Rhein-Promenade und grünen Feigen- und Mandelbäumen. Anschließend ging es nach Schweigen-Rechtenbach, dem Tor zur Deutschen Weinstraße, wo im Hotel Schweigener Hof das Quartier eingenommen wurde. Der zweite Tag begann mit einem Gottesdienst in der katholischen St. Martinskirche der Pfarrei Edith Stein in Bad Bergzabern. In der Martinskirche wurde Edith Stein am 1. Januar 1922 getauft. Beim von Pfarrer Johann Wutz zusammen mit Tobias Krenn zelebrierten Gottesdienst waren Andrea Altmann, Margit Schmid und Regina Pfeffer als Lektoren tätig. Weinberge soweit das Auge reicht zogen an den Busausflüglern vorbei, als es entlang der Deutsch Weinstraße ging. Wie Perlen reihten sich die fachwerk-gebauten Häuser der Orte auf der rund 40-Kilometer langen Fahrt durch die kleinen Ortschaften, die aufgrund ihrer Enge eine wahre Meisterleistung des Busfahrers darstellte. Einen Überblick über die ganze Region bildete das Hambacher Schloss, das 1832 zur „Wiege der deutschen Demokratie“ und zur Demonstration für nationale Freiheit und Einheit ernannt wurde. Auf dem imposanten Denkmal wurde die erste Deutschlandflagge gehisst. Interessante Einblicke gaben die Führung und Ausstellung auf dem Schloss. In Bad Dürkheim bestaunte man das größte Weinfass der Welt (15 Meter Länge, 13,5 Meter Durchmesser und 1,7 Millionen Liter Fassungsvermögen), den Kurpark mit elf Brücken und den Gradierbau mit seinen Reisigwänden. Unvergesslich bleibt auch die äußerst amüsante, aber auch lehrreiche Weinprobe mit Wirt Thomas im Hotel.
Nur ein Sprung (ca. 500 Meter) war es nach Frankreich, wo man die bekannte Maginot-Linie (eine der fortschrittlichsten Verteidigungsanlagen ihrer Zeit mit modernster Technologie, die eine unüberwindbare Barriere schaffen und Deutschland davon abhalten sollte, Frankreich im Falle eines Krieges anzugreifen) durch das Elsass nach Straßburg ging. Einzigartig präsentierte sich das Münster und das Viertel „Petit France“. Bei der Schifffahrt auf der Ill erhielten die Ausflügler per Audio-Guide Einblicke in die faszinierendsten Denkmäler, das Europa-Parlament und die Geschichte der Stadt. Bei der Rückfahrt durchfuhr man das mehrfach preisgekrönte Blumendorf Seebach mit seiner außergewöhnlich einheitlichen Architektur der Fachwerkhäuser und seinem reichhaltigen Blumenschmuck. Es zählt zu den wichtigen Kulturdenkmälern des Elsass. Beim Abendlob stand vor allem die Bitte nach Frieden im Mittelpunkt.
Aufbruchsstimmung herrschte am Montag, wo man nach Morgenlob und Reisesegen die Rückreise antrat. In der Nähe von Tübingen besichtigte die Reisegruppe die weithin sichtbare Burg Hohenzollern, die sich im Privatbesitz der Familie befindet. Nach einer kurzen Einführung im Burghof konnten alle die gesamte Burganlage samt Schatzkammer und Kasematten erkunden. Einigen wurde gar ein Blick auf den anwesenden Burgherren Georg Friedrich Ferdinand Prinz von Preußen und Ehefrau Sophie zuteil. Dank der hervorragenden Organisation von Gemeindereferent Tobias Krenn, der mit seinem komödiantischen Talent sehr zum Gelingen dieser Fahrt beitrug, wird auch im nächsten Jahr eine mehrtägige Pfarrwallfahrt ins Auge gefasst. (Bericht und Bilder: Pfeffer)