Beim Weiberfasching der Frauengemeinschaft St. Wolfgang am Unsinnigen Donnerstag waren auch diesmal „Männer außen vor“. Lediglich Pfarrer Johann Wutz und Gemeindereferent Tobias Krenn waren zugelassen, um mit den Frauen zu feiern. Tolle Einlagen und so manche Überraschung machten die Veranstaltung zu einem närrischen Erlebnis und Fixpunkt der närrischen Tage.
Rund 130 faschingsbegeisterte Damen aus Nah und Fern haben es sich auch heuer nicht nehmen lassen, sich mal so richtig auszutoben, sei es auf der Tanzfläche, beim Mitsingen oder auch in der Bar. Die Feierlustigen hatten sich große Mühe gegeben, sich in ein anderes Wesen zu verwandeln. Auffallend waren die vielen schönen Gruppierungen, die sich in fantasievolle Gewänder geworfen hatten. Die Gegensätze hätten nicht größer sein können: Nonnen, Mönche und Pfarrer tanzten mit Teufelchen, Hexen und Malefizn. Bienen, Käfer und Blümchen wiegten sich mit Leoparden und Löwen im Walzerschritt.
Ein herzliches „Griaß God an alle Maschkara en da Rund“ entbot Vorsitzende Maria Reiner, die sich als Clown verkleidet hatte, im gut gefüllten Saal des Gasthauses Matthias Achatz in Ottenzell. Unter den Gästen waren auch Abordnungen der Frauengruppen aus Eschlkam und Hohenwarth. Zusammen mit Tobias Krenn eröffnete sie den Ball und sogleich stürmten weitere Tanzpaare das Parkett. „Die Osserwinkler“ (Harmonika-Franze mit Günther Zirngibl) zogen alle Register ihres Könnens und heizten den Damen den ganzen Abend über so richtig ein. Die Frauen waren kaum mehr zu bremsen und mit Tanzen, Schunkelrunden und einer langen Polonaise durch den Saal kaum Freude bis in die frühen Morgenstunden auf. An Tanzfreude war beim Weiberfasching kein Mangel und auch beim „Bob-Lied“ machten alle begeistert mit.
Als erster Programmpunkt betrat die „Ottenzeller Senioren-Bewegungsgruppe“ mit ihren Rollatoren den Saal. Erst langsam und gekrümmt dahergehend legten sie nach einer „Aufbauspritze“ gar einen flotten Rock’n’Roll aufs Parkett. Wahre Lachsalven rief der von Pfarrer und Gemeindereferent gekonnt vorgetragene Sketch eines Ehepaars beim Zeitungslesen am Frühstückstisch hervor. Nicht Mord und Totschlag, nicht Erdbeben und Überschwemmung oder die Probleme der gekrönten Häupter und Schlagerstars schockten den eifrig lesenden Ehemann, sondern, dass der FC Bayern daheim gegen Rostock verloren hat.
Über das Dorfgeflüster und die Neuigkeiten in der Pfarrei philosophierten Rosa Hamberger und Monika Eckl als „Ratschkathln“. An den Pfarrer gerichtet war der Vorschlag, sich in seinem Garten Hühner anzuschaffen. Das würde der Gemeinde Hühnersteuer-Einnahmen einbringen und dem Blumenladen steigende Umsätze. Zur Erhöhung der Gottesdienstbesucher-Zahlen könnte er dann jedem Gläubigen ein frisch gelegtes Hühnerei überreichen. Der Sketch strapazierte die Lachmuskeln und verleitete zu Lachtränen. Mit tosendem Applaus belohnt wurde der schwungvolle Auftritt der Line-Dance-Gruppe„Osser-Giants“ aus Lam unter der Leitung von Gabi Schrötter, die im Cowboy-Outfit zu verschiedenen Country-Rock-Titeln tanzten und ihre raschen Schrittfolgen zu Titeln wie „Coffee days and Whiskey nights“, „Lucky Lips“ oder „Dizzy“ mit schnellen Schritten darboten. Darunter waren auch einige Mitglieder der Frauengemeinschaft.
Ein schwieriges Amt hatte die Jury bei der Maskenprämierung (Christl Koller und Erika Wellisch von den Osser-Giants sowie Gerlinde Hartl von der FG Eschlkam) hatte es nicht leicht, denn es waren viele ideenreiche Outfits zu sehen. Dennoch einigten sie sich nach eingehender Beratung auf die schillernden Pfaue, den Bauarbeiter-Trupp und die Seniorengruppe. Die Sieger erhielten Bargutscheine. Ein Besuch in der Bar (Anja Greil, Andrea Altmann, Karin Lohberger) durfte beim närrischen Frauenvolk natürlich nicht fehlen. Die ausgelassenen Damen vergnügten sich bis in die frühen Morgenstunden, bestens versorgt vom Wirt Matthias Achatz und seinem Team. (Bericht und Bilder: Pfeffer)