Neues Pfarrheim Haibühl

Die Segnung des neuen Pfarrheims St. Wolfgang Haibühl war bei strahlendem Sonnenschein ein großes Fest für die ganze Pfarreiengemeinschaft. Schier die ganze Pfarrgemeinde war auf den Beinen, als sich der Tross vom Dorfplatz her formierte und der Blasmusik „Bayerisch-Böhmische“ folgte. Die Pfarrkirche St. Wolfgang voll besetzt, als unter den mächtigen Klängen der Orgel nach den Fahnenabordnungen der Ortsvereine und kirchlichen Gruppierungen die Geistlichkeit einzog: Ministranten, liturgischer Dienst und natürlich Domkapitular Johann Ammer aus Regensburg. Mitglieder der Frauengemeinschaft St. Wolfgang hatten ein wunderbares Bodenbild mit dem heiligen Wolfgang und dem Hackl vor dem Volksaltar geschaffen.

„Ein Haus voll Glorie schauet“ – so der Titel des Eingangsliedes, das passender nicht hätte sein können. Freudige Töne stimmte auch der Gemeinschaftskirchenchor Haibühl-Hohenwarth (mit Orchester) unter der Gesamtleitung von Ewald Pirtzl an. Zur Aufführung kam die „Missa in G“ von Ondřej Horník. Sopranistin Waltraud Franz übernahm zusammen mit Pirtzl den Psalmengesang. Trompetensolist Jan Šmat aus Přeštice brachte weitere musikalische Elemente mit ein. Es sei ein besonderer Tag für die Pfarrei, meinte Pfarrer Johann Wutz in seinen Begrüßungsworten. Die Lesungen trugen Kirchenpfleger Franz Wellisch und Pfarrsekretärin Gabriele Huber vor. Das Evangelium (Mt 16,13-19) gründete auf Petrus, den Fels zum Kirchenbau.

Mit großer Freude feiere man die Kirchweih der Pfarrkirche, die zu den jüngeren im Bistum gehöre, und die Einweihung des neuen, gelungenen Pfarrheimes, meinte der Domkapitular in seiner Ansprache. Schon beim Hereingehen in das Gotteshaus habe es ihm ein Gefühl von Heimat und Wohlgefühl, umgeben von Gott, gegeben, bekannte er und dankte allen, die sich sorgen und kümmern, dass die Glaubensgemeinde lebendig bleibt. Es gebe selten Neubauten eines Pfarrheims, zum einen wegen der arg gebeutelten finanziellen Mittel der Diözesen, zum anderen sei das Interesse am Glauben deutlich zurückgegangen in den vergangenen 25 Jahren. „Ist die Kirche ein Gebäude, das erhalten werden muss, weil es ein Zeugnis von Kultur ist und man es museal pflegt? Oder gibt es in der Gesellschaft noch eine rudimentäre Sehnsucht nach Gott, die die Kirchen erhalten und geöffnet sein lässt?“, forderte der Prediger zum Nachdenken auf. Wer nicht mehr bete, habe die Hoffnung aufgegeben. Umgekehrt brauche Gott aber in seiner Leidenschaft für die Welt Menschen, damit es auf der Erde himmlischer zugehe: mehr Wahrheit, mehr Gerechtigkeit, mehr Menschenliebe, mehr Frieden und mehr Freiheit. „Vergelts Gott, dass die Kirche in Haibühl nicht nur eine Kirche aus festgefügten Steinen ist, sondern aus lebendigen Steinen aufgebaut ist, aus Menschen, die Gottes Kirche bilden“, endete der Geistliche. Zum Ende der Messfeier überreichte Pfarrer Wutz dem Domkapitular ein Präsent zum 30-jährigen Priesterjubiläum.

Die Feiergemeinde samt Ehrengästen begab sich zum Pfarrheim, wo sich der offizielle Teil anschloss. Eingeladen waren alle am Bau Beteiligten: vom Architekten über die Projektsteurer und Handwerker bis hin zu den Ehrengästen aus Nah und Fern. Domkapitular Johann Ammer segnete in einer kurzen Segensandacht mehrere Kreuze, die im Pfarrheim aufgehängt werden, bevor er dann mit Weihwasser alle einzelnen Räume besprengte. Die Kreuze seien ein Zeichen der Hoffnung, versicherte er. Das Pfarrheim möge ein Ort des christlichen Miteinanders und der gegenseitigen Wertschätzung werden, wo alle Menschen in gleicher Würde und mit Respekt einander begegnen und Heimat finden.

Architekt Ludwig Pongratz schilderte in einer Power-Point-Präsentation die Entstehung des Gebäudes. „Was lange währt, wird endlich gut“, meinte er bezüglich des langen Marathons mit vier verschiedenen Planungen. Eine erste Planung für die Außen- und Innenrenovierung des Pfarrhauses mit Anbau der neuen Verwaltung wurde bereits 2018 erstellt. Allerdings musste im Oktober/November 2019 das Dach der Pfarrkirche St. Wolfgang erneuert sowie die Außen- und Innenrenovierung der Wallfahrtskirche Kolmstein geplant und ausgeführt werden. 2022 begann die Planung „Abbruch Wolfgangsheim und Pfarrhaus und Neubau Pfarrheim mit Pfarrverwaltung und Bücherei“, die jedoch wegen der hohen Gesamtkosten wieder verworfen wurde. Erst mit der vierten Entwurfsplanung (bei Reduzierung des Raumvolumens) erfolgte der Durchbruch. Das 1970 erbaute Pfarrhaus blieb erhalten, wurde umgebaut und der neue Pfarrsaal als Holzbau angefügt. Stiftungsaufsichtlich wurden Gesamtkosten in Höhe von 1 567 706 Euro genehmigt. Die Kostenfeststellung wird mit Gesamtkosten von ca. 1 380 000 Euro etwa 187 000 Euro (fast 12 Prozent) unter den genehmigten Kosten abschließen. Alle öffentlichen Bereiche sind barrierefrei erreichbar, ohne Aufzug. Außerdem wurde neben den großzügigen Außenanlagen und dem Pkw-Parkplatz auch der Nahwärmeanschluss an die Pfarrkirche erneuert. Bei der symbolischen Schlüsselübergabe ergab sich auch ein guter Anlass, allen beteiligten Firmen und Fachplanern für die gute Zusammenarbeit zu danken.

Man stehe am Ende eines sehr langen Entstehungsweges mit vier nervenaufreibenden Antragsverfahren, meinte Kirchenpfleger Franz Wellisch. Durch die geänderten Baurichtlinien habe man kleiner und weniger bauen dürfen, als vorher gefordert. Mit dem Zuschuss der Bischöflichen Finanzkammer von fast 50 Prozent der förderfähigen Kosten habe man sich die Baumaßnahme gut leisten können, so Wellisch. „Sieben biblische Jahre hat es gedauert, bis man dieses historische Bauwerk heute feiern kann“, sagte der Kirchenverwaltungs-Vertreter. Die ganze Pfarrei sei nun aufgefordert, sich für die Zukunft mit Ideen und Vorschlägen einzubringen, um Leben in die Pfarrei zu bringen. Voller Begeisterung zeigte er ein großes Bild mit einzigartigem Holzrahmen und dem Bildnis des Hl. Josef, Ziehvater von Jesus, vor, dass bei den Aufräumarbeiten im ehemaligen Wolfgangsheim gefunden wurde und im neuen Pfarrheim seinen Platz finden wird.

PGR-Vorsitzende Nina Vogl sprach von einem „kleinen Wunder“ nach langer Planerei. „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“, zitierte sie den Evangelisten Markus. Der neue Pfarrsaal wurde nicht gebaut, um leer zu stehen, sondern für die Begegnung, für Sitzungen, Gruppenstunden, Gespräche bei Kaffee und Kuchen, für Kinderlachen, gemeinsames Singen, gemeinsames Leben. „Lebendig wird er aber erst durch uns und deshalb liegt es an uns allen, ob es ein Ort der Begegnung mit Gott und den Menschen wird, oder nur ein schöner Raum mit guten Absichten. Wir sind noch nicht fertig, jetzt geht es eigentlich erst richtig los“, so Vogl. „Dieses Pfarrheim ist ein weiterer Schritt, den Gemeinsinn in der Gemeinde zu fördern und zu erhalten. Hier kann Gemeinschaft gelebt werden“, brachte es Bürgermeister Gerhard Mühlbauer in seinem Grußwort zum Ausdruck.

Pfarrer Johann Wutz dankte allen am Bau Beteiligten sowie dem Herrgott. Für das leibliche Wohl der Gäste beim Pfarrfest mit fröhlichem Beisammensein sorgten der Pfarrgemeinderat (mit Schweinebraten, Grillspezialitäten und weiteren Speisen) und die Frauengemeinschaft (Kaffee und Kuchen). Musikalisch unterhielt Heinerl Schmidberger die Feiernden.

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