Unterwegs sein mit und zu Maria
Es muss nicht immer Fatima, Lourdes, Santiago de Compostella oder Altötting sein, auch in unserer Heimat gibt es viele Wallfahrtsorte, die einen Besuch wert sind. „Wer die Wallfahrtsorte seiner Heimat besucht, wandert nicht nur über Wege aus Stein, sondern auf den Spuren seiner Vorfahren und im Einklang mit seinen Wurzeln“, lautete die Kernaussage von Franz Reuel, der vor kurzem vor knapp 20 Frauen im Pfarrheim St. Wolfgang referierte. Vorsitzende Maria Reiner zeigte sich bei ihrer Begrüßung ein wenig enttäuscht über den überschaubaren Kreis der Anwesenden, denn der überaus interessante Vortrag hätte mehr Zuschauer verdient.
Referent Franz Reuel aus Lam hatte seinen Vortrag gespickt mit zahlreichen Bildern zur Veranschaulichung seiner Ausführungen. Anfangs stellte er die christliche Bedeutung einer Pilgerreise heraus: Gott an einem bestimmten Ort näher zu kommen und den Glauben mit anderen zu erleben. Erste Wallfahrtsziele waren Wirkungsorte Jesu im Heiligen Land (Jerusalem, Bethlehem, Antiochia). Der dabei vielfach gebetete Rosenkranz leitet sich von der Auffassung her, dass die Gebete und Anrufungen ein Kranz zur Ehre der Muttergottes seien. In 59 Perlen wird dabei das Leben Jesu mit den Augen von Maria betrachtet. Durch ständige Wiederholungen, die wie ein Mantra wirken, wird das bewusste Denken abgeschaltet, so der Referent. Dass Rosenkranz-Beten gesundheitsfördernd ist, ist wissenschaftlich erwiesen. Im 17. Jahrhundert schrieb der bayerische Kurfürst Maximilian I. allen seinen Untertanen gar den Besitz eines Rosenkranzes vor.
„Wallfahrt kennt keine Grenzen“, so Reuel. Zahlreiche böhmische „Kreuzleute“ kamen zur Madonna von Neukirchen b. Hl. Blut. Umgekehrt waren viele Gnadenorte in Böhmen (Kirche Mariä Geburt in Klattau, Kapelle in Gutwasser, Tannaberg, Pribram usw.) beliebte Ziele für bayerische Wallfahrer. Zwischen Ostern und Pfingsten kommen Fußwallfahrer aus Ast, Bodenmais, Deggendorf, Konzell, Langdorf, Regen, Rinchnach, Ruhmannsfelden, Schönthal, Teisnach, Waldmünchen und Zwiesel nach Neukirchen. Besonders beeindruckend ist die Choden-Wallfahrt mit ihren Teilnehmern in bayerisch-böhmischen Trachten. Ein kurzer Film verdeutlichte die Wallfahrt in Neukirchen b. Hl. Blut. Das älteste bekannte Marienfest ist Maria Himmelfahrt am 15. August mit Kräutersegnung. Sehenswert sind auch die alten Kirchenbänke der Wallfahrtskirche Neukirchen b. Hl. Blut mit seinen typischen Blechtafeln sowie dem Doppelaltar und 2008 neu angelegtem Klostergarten. Erwähnt wurde auch die Verbindung zum böhmischen Loucim.
Eine besondere Beziehung verbindet Franz Reuel mit der Lamer Hauskapelle, dem „Bergkircherl“ mit ihrem Patrozinium am 11. Oktober zur Mutterschaft Mariens. Die Fenster-Glasbilder wurden allesamt in Glasmacher-Tradition in Lambach gemacht. Das beliebte Marienlied „Segne du Maria“ wurde von Karl Kindsmüller vertont, der zeitweise in Lam wohnte. Besonders beliebt ist die alljährliche Christmette zur Mitternacht.
Weitere Ausführungen erfolgten zur Wallfahrtskirche Weißenregen mit seiner bekannten „Fischer-Kanzel“, der Künischen Kapelle am Osser, der Wallfahrt nach Sackenried, Hammern (Hamry), der Burgkapelle am Haidstein und der Urpfarrei in Chammünster. „Gebet ist das Atemholen der Seele. Gehen ist Beten mit den Füßen. Wer pilgert, lässt etwas hinter sich, um Platz für Neues zu schaffen. Unter dem Schutzmantel der Muttergottes wird die Last des Weges leichter und die Angst vor der Zukunft kleiner“, so der Sprecher abschließend. (Bericht und Bild: Pfeffer)
Weitere Informationen
Veröffentlichung
Bild zur Meldung
Weitere Meldungen

Mara Sofie in die Gemeinschaft der Heiligen aufgenommen
Sa, 10. Oktober 2026

Lio Kroner wurde getauft
Sa, 03. Oktober 2026