"Heimat ist da wo man sich nicht erklären muss"
Das Hilfswerk Misereor unterstützt in rund 85 Ländern weltweit die Menschen da, wo die Armut am größten ist. Mit Hauptgeschäftsführer Dr. Andreas Frick war am 5. Fastensonntag, dem Misereor-Sonntag, ein ganz besonderer Gast zu Gast in der Pfarrei Haibühl. Dazu eingeladen und die notwendigen Verbindungen hergestellt hatte Gemeindereferent Tobias Krenn. Pfarrer Johann Wutz hieß ihn und Diakon i. Ruhestand Sepp Schlecht aus Bodenmais dazu recht herzlich willkommen. Der vielgereiste Frick dankte für die nette Begrüßung im Bayerischen Wald. „Das Wichtigste, wo wir auch sind, ist, dass wir Heimat haben“, so der Sprecher.
Gemeindereferent Tobias Krenn wies auf das Hungertuch der Grundschule Arrach hin. Die Jungen und Mädchen der Bildungseinrichtung hatten zusammen mit ihrer Handarbeitslehrerin Stefanie Aschenbrenner ein eigenes Hungertuch gestaltet und sich Gedanken darüber gemacht, wo denn Zukunft eigentlich beginnt. Herausgearbeitet dabei wurden die vier Aspekte Familie, Freunde, Schule und Heimat. Zudem waren sie in das Geschehen stark eingebunden bei den Christus-Rufen, Gabenprozession und Fürbitten.
Diakon i. R. Sepp Schlecht verlas das Johannes-Evangelium von der Erweckung des Lazarus. In seiner Ansprache ging Frick anfangs auf die Kinder ein und erklärte kurz die Misereor-Aktion 2026 „Hier fängt Zukunft an“. Weiter sprach er von der Solidarität mit den Ärmsten als große Aufgabe aus dem Glauben, der Nächstenliebe. „Heimat ist da, wo man sich nicht erklären muss“, so Frick. Wenn jemand in Not ist und jemanden braucht, wollen wir schnell zu ihm hin. Am Schnellsten geht es mit Auto oder Flugzeug, noch schneller kann ich ihm gute Gedanken übertragen. Auch gute Segenswünsche können helfen, denn es geschieht schneller als ein Rettungshubschrauber fliegen kann. Egoismus (nur an sich selber denken), Gier (immer mehr haben zu wollen) und Gleichgültigkeit (da kann man eh nichts machen, ist mir egal) seien die größten Umweltgifte, so der Redner. „Wir Christen sind die größte Friedensbewegung der Welt. Jesus ist da: für dich, für mich, für alle“, lauteten die Schlussworte. Das in der Kollekte eingebrachte Geld fließt in die verschiedenen Projekte des Hilfswerks in aller Welt.
Beim anschließenden Empfang im Pfarrheim St. Wolfgang mit zweierlei Fastensuppen (offeriert von der Frauengemeinschaft St. Wolfgang und Tobias Krenn) war ausreichend Gelegenheit, ins Gespräch zu kommen. 43 Länder in Afrika und Asien hat Frick bereist, darunter Iran, Bolivien, Ruanda, Pakistan, Indien, Sri Lanka, Kenia, Burundi, Tansania, Kamerun usw.). Misereor unterstützt rund 3 100 Projekte (Brunnenprojekte, Hunger- und Armutsbekämpfung, Straßenkindern ein neues Zuhause geben, Frauen stark machen in der Bildung). Dr. Andreas Frick zeigte sich begeistert über den Besuch in Haibühl und die Offenheit der anwesenden Grundschüler, die mit allerlei Fragen beeindruckten. (Bericht und Bilder: Pfeffer)
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Misereor 26 Hb (SA, 21. März 2026)






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