Frauengemeinschaft auf Knusperfahrt
Auf Erkundungsfahrt zu Erdnüssen und Kartoffelchips machten sich vor kurzem 36 Frauen (und ein Mann) der Frauengemeinschaft St. Wolfgang Haibühl. Der Hof von Jakob und Eva Zwingel, einem jungen 29-jährigen Unternehmer-Paar aus Fürth, war das diesjährige Ziel des Jahresausfluges. Bei bestem Reisewetter führte der Weg nach Fürth/Kronach, um den „Grischberli“-Chips-Bauernhof kennenzulernen. Diese in Deutschland anfangs einzige Firma für heimische Chips mit eigenen Gewürz-Rezepturen war auch schon im BR zu sehen bei der Sendung „3 Paare, ein Ziel“ und bei „Wir in Bayern“.
Eine erste kurze Pause auf dem Rastplatz Oberpfälzer Alp gestaltete sich mit einem willkommenen zweiten Frühstück bei Kaffee, Semmeln sowie Wurst- und Käsespießen, offeriert von den FG-Damen.
Um 10 Uhr erreichten sie dann den Hof des Gründerpaares, wo sie herzlich von Jakob und Eva empfangen wurden. Die beiden heimatverbundenen Jungunternehmer gewährten ihnen sodann ein Blick hinter die Kulissen ihres Start-Up-Projektes und eröffneten den Einblick in die Anfänge und den Werdegang der Chips-Marke „Grischberli“, einem typisch fränkischen Wort, das nicht nur für eine „dürre Gestalt“, sondern vor allem für ein knuspriges Produkt steht. Eva bringt sich als Grafik- und Produktdesignerin in ihr Projekt ein, während ihr Mann Jakob, ein studierter Landwirtschaftsmeister, der „Mann für Zahlen“ ist. Besonderer Wert wird auf hochwertige, regionale Lebensmittel gelegt. Auf einjährigen Pachtflächen bewirtschafteten sie insgesamt 6,5 Hektar.
Nach einer überaus interessanten Power-Point-Präsentation wurde die Reisegesellschaft in zwei Gruppen aufgeteilt und der Hof erkundet. Aus der ehemaligen Hofstelle von Evas Opa haben die beiden „aus dem Nichts“ unter Mithilfe von Freunden und Verwandten ein florierendes Unternehmen geschaffen, das großen Respekt verdient. Vor drei Jahren begannen sie dann mit dem Anbau von Erdnüssen, die geerntet, getrocknet und dann im Betrieb von Hand sortiert und bearbeitet werden. Von anfangs 200 Hofläden beliefert das Unternehmen mittlerweile ca. 800 Händler verschiedenster Geschäfte mit ihren knusprigen Produkten. Ein Mitarbeiter hilft in der Röstküche, ein anderer kümmert sich um die Pflege der Webseite. Zwei syrische, ehemalige Flüchtlinge kommen nach der Arbeit und helfen beim Verpacken der Erdnüsse bei der ortsansässigen Behindertenwerkstatt. Unterstützung kommt auch von einem Nachbarn, einem ehemaligen Landwirt, der seine alten Maschinen gern verleiht, um das junge Paar, das einen kleinen Sohn hat, zu unterstützen.
Beim Werksverkauf im Hofladen bekam jede Teilnehmerin eine Packung Chips ihrer Wahl („Paprika“, „Kartoffelsalat“, „Zwiebelliebe“) geschenkt. Jakob und Eva mischen jede Gewürzmischung selber zusammen. Es durfte vorher probiert werden und die Frauen nutzten gern die Gelegenheit, fleißig einzukaufen. Über den Online-Shop kann man zu jeder Zeit unkompliziert bestellen.
Im nahen Gasthof Weigel, einem historischen Gasthaus mit fränkischen Spezialitäten, nahmen die Frauen ihr Mittagessen ein, bevor es dann weiterging nach Fürth, wo die Altstadt zwischen Regnitz und Pegnitz und die äußerst sehenswerte Fußgängerzone erkundet wurden. Im Rahmen der Rückfahrt erfolgte noch eine weitere, abschließende Einkehr im Brauereigasthof Jacob in Bodenwöhr. (Bericht und Bild: Pfeffer)
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